Meskalin

Meskalin ist ein, der Stoffgruppe der Phenethylamine entstammendes, halluzinogenes Alkaloid, welches eine große Ähnlichkeit zu den körpereigenen Neurotransmittern Norepinephrin und Adrenalin hat.
Meskalin kommt in natürlicher Form ausschließlich in bestimmten Kakteenarten wie etwa dem San Pedro, Peyote oder Trichocereus peruvianus vor. Es kann allerdings auch im Labor hergestellt werden, so gelang dem österreichischen Chemiker Ernst Späth im Jahre 1919 die erste Totalsynthese der Substanz.

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Wirkung

Nach der Einnahme kommt es unabhängig von der Konsumform (Tee, roher Kaktus, Kaktus Pulver oder reines Meskalin)meist nach 1 bis 2 Stunden zu Übelkeit und teilweise starkem Erbrechen. Diesem kann entgegengewirkt werden, indem man den Kaktus auf nüchternen Magen zu sich nimmt also ca 6 Stunden vor der Aufnahme nichts isst.
Bis zum Eintreten der ersten Auswirkungen auf die Wahrnehmung können bis zu 3 Stunden vergehen. Die Effekte zeigen sich äußerlich in einem erhöhten Pulsschlag, gesteigerter Körpertemperatur, Überaktivität bis Tatendrang und erweiterte Pupillen. Innerlich befindet sich der Konsument nun in einem Zustand der Euphorie, welcher mit einer starken Veränderung der Wahrnehmung von Zeit, Raum, Farben, Tönen und auch seltener Gerüchen einhergeht. Nicht selten kommt es dabei zu tiefspirituellen Visionen und Erfahrungen der Ekstase, die oft in einem komplett neuen Ich-Empfinden munden. Neben diesen Wirkungen wird auch von einem verminderten Hungergefühl und Konzentrationsschwierigkeiten berichtet.
Der Trip kann je nach Dosierung bis zu 14 Stunden anhalten, der Klimax der Wirkung hingegen ist bei 3 bis 5 Stunden nach Einnahme zu verzeichnen. Nachwirkungen in Form von leichter Benommenheit lassen sich noch bis zu 1 bis 2 Stunden nach dem Ausklingen des eigentlichen Effektes beobachten.

Falls du dich für eine detailliertere Beschreibung des Wirkungsspektrums von Meskalin interessierst empfehle ich an der Stelle das 1954 von Leonard Huxley verfasste Werk Doors of Perception (zu deutsch "Pforten der Wahrnehmung"), in dem der Autor den Selbstversuch mit der Substanz Meskalin wagt. Dabei stellt der Autor viele philosophische Überlegungen auf, welche er in seinem ergänzenden Werk "heaven and hell" ("Himmel und Hölle") weiterführt. Ebenfalls von Brisanz ist das 1927 entstandene deutschstämmige Werk Der Meskalinrausch von Beringer welches im Rahmen der Heidelberger Drogenforschung entstand.

Falls du an einer transzendenten Erfahrung interessiert bist, die ohne der Zugabe von Substanzen erfolgt und deshalb legal ist lies unseren Artikel über Astralreisen.

Geschichte

Der Konsum von Meskalin in Form von Peyote lässt sich bis vor Jahrtausende zurückführen. Schamanen der Azteken schätzten den Kaktus als den Schlüssel zum Reich der Naturgeister und Götter. Somit ist Meskalin eine der ältesten der Menschheit geläufigen psychoaktiven Substanzen. Neben den psychogegen Effekten könnten aber auch die medizinische Komponente der Pflanze eine Rolle gespielt haben. So wurde festgestellt, dass das enthaltene Peyocactin eine antibakterielle Wirkung auf Staphylokokken hat.
In den 1960er Jahren breitete sich der Gebrauch des Meskalin Kaktus auch in Form von synthetischen Präparaten in der Kontrakultur der Vereinigten Staaten aus, wo der Stoff neben dem LSD das wichtigste Halluzinogen darstellte.

Dosierung

Die wirksame Dosis bei Oraler Einnahme beträgt etwa 200 bis 500 mg pures Meskalin, was in etwa 5 bis 12,5 Gramm getrocknetem Peyote Kaktus oder 10 bis 25 Gramm getrocknetem San Pedro entspricht.
Die letale Dosis liegt in etwa bei 880 Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht, was für einen erwachsenen Mann von 80 Kg über 70 Gramm reines Meskalin bzw 1,7 Kg peyote buttons wären (Pfui!)

Vergleich zu LSD und die Thematik der Kreuztoleranz

Die Wirkung von Meskalin ist der von LSD sehr ähnlich, unterscheidet sich aber in gewissen Punkten. Im Vergleich zu LSD treten die Wirkungen erst nach bis zu 2 Stunden ein, davor kommt es oft zu Übelkeit und zu mitunter häufigem Erbrechen. LSD zeigt bereits nach 30-60 Minuten erste Effekte. Auch bleiben die nach LSD Trips häufig auftretenden Erscheinungen wie leichte Überdrehtheit oder Erschöpfung aus.
Kreuztoleranz bezeichnet in der Medizin das Phänomen, dass sich eine physiologische Toleranz gegenüber einem Wirkstoff mit ähnlicher Struktur bildet. Wenn der Körper also eine gewisse Toleranz gegenüber einem Stoff A entwickelt ist er automatisch auch tolerant in Bezug auf den Stoff B, welcher Stoff A auf molekularer Ebene sehr ähnlich ist.
Bei Meskalin liegt diese Kreuztoleranz für LSD sowie Psilocybin vor und hält etwa 4 Tage lang an.

Nachweis

Meskalin kann noch nach bis zu 12 Stunden im Blut und nach bis zu 4 Tagen im Urin nachgewiesen werden, allerdings ist ein Drogentest auf Meskalin in etwa so wahrscheinlich wie ein Hund, der sich einen Vorrat an Bockwürsten zulegt. Und wenn du tatsächlich zu einem Drogentest gebeten wirst, der exotische Substanzen wie Meskalin, Lachgas, Desomorphin, Adrenochrom (nur eine Urbane Legende) oder „Jenkem“ enthält, sieh dies als Anlass dir mal Gedanken über deinen Arbeitsplatz bzw. Lebenswandel zu machen.

Rechtslage

Seit 1967 ist Meskalin dem Opiumgesetz unterstellt, was den Besitz und den Handel mit der Chemikalie verbietet, der Gesetzgeber sieht für Verstöße eine Freiheitsstrafe von bis zu 4 Jahren vor.
Nicht hingegen ist der Besitz und Handel mit Kakteen verboten, welche Meskalin enthalten, solange keine Konsumabsicht vorliegt. Kurz zusammengefast bedeutet das:
Du hast einen meskalinhaltigen Kaktus auf dem Fensterbrett stehen -> Alles cool
Du schneidest ein Stück davon ab um es zu essen -> Nicht okay!
Du schneidest ein Stück ab um es neu zu bewurzeln -> Absolut vertretbar
Du trocknest einen Peyote Kaktus mit der Absicht ihn als Rauschmittel zu verwenden -> nicht so cool!
Du trocknest einen Peyote Kaktus für deine Trockenkakteensammlung -> Du hast ein sehr fragwürdiges Hobby und hoffentlich auch einen guten Anwalt

Gefahren

Vorab, es handelt sich bei Meskalin um eine Droge und alle Beteiligten der Seite sanpedroparadise.com sind sich einig, dass Drogen schlecht sind mkay? Jeder der durch Substanzen jedweder Art, seien es Halluzinogene, Betäubungsmittel, Nikotin oder Zucker und Süßstoff (Ja auch das sind Drogen), in seinen Stoffwechsel und seine Gefühls-/Wahrnehmungswelt eingreift tut dies auf eigenes Risiko und nach eigenem Ermessen. Es versteht sich von selbst, dass sanpedroparadise.com weder zum Konsum aufrufen will, noch den Gebrauch von illegalisierten Substanzen verharmlosen oder schönreden will.
Das massive Eingreifen der Substanz in die individuelle Wahrnehmung kann bei bestimmten Konsumenten ein Gefühl der Angst bis Panik (Bad Trip) auslösen, aus dem oft nur durch fremde Hilfe herausgelöst werden kann. Nicht nur deshalb ist es ratsam nie alleine halluzinogene zu verwenden, ein sogenannter Tripsitter sollte immer zur Stelle sein um im Notfall einzugreifen und zu Beruhigen.
Außerdem besteht eine massive Gefahr für Menschen, die an einer Psychose erkrankt sind, auch wenn diese nur latent, also verborgen vorhanden ist, da Halluzinogene wie eine Art Katalysator für den Geist wirken. Psychosen können so ausgelöst oder verstärkt werden, wodurch der Gebrauch dieser Substanzen für Menschen mit einer Schizophrenie oder verdrängten belastenden Erinnerungen (oder Personen unter 18 Jahren!!!) sehr riskant und nicht empfehlenswert ist. Andere Studien hingegen verneinen einen Zusammenhang von psychischen Störungen und dem Gebrauch von Halluzinogenen.
Auch ist von jeder Form von Mischkonsum strengstens abzuraten, da dies unabsehbare Folgen mit sich bringen kann. Besonders gefährlich sind in diesem Kontext MAO-Hemmer, welche im Zusammenspiel mit Meskalin ein lebensbedrohliches Serotoninsyndrom verursachen können.

 

Literatur

zur Thematik empfehle ich folgende Werke:

Enzyklopädie der psychoaktiven Pflanzen: Botanik, Ethnopharmakologie und Anwendungen von Rätsch
Der Meskalinrausch: Seine Geschichte und Erscheinungsweise von Beringer
The Doors of Perception & Heaven and Hell von Huxley
Was bitte ist eine Astralreise?